Fluggastrechte

 

Viele von Euch haben es sicherlich schon mal erlebt, dass es am Anfang oder am Ende eurer Reise plötzlich der Flug Verspätung hat oder sogar ganz ausfällt.

Seit einigen Jahren, genauer gesagt seit 2004, wird allerdings etwas Abhilfe in Form einer Entschädigungszahlung gezahlt, auf die Ihr ein Recht habt. In der Fluggastrechte-Verordnung ist folgendes geregelt:

 

- Welche Versorgungsleistungen eine Airline erbringen muss

- Wann dem Passagier eine Ausgleichszahlung zusteht

- Welche Rechte dem Passagier bei einer Annullierung, Verspätung oder Nichtbeförderung zusteht

- Wann der Flug bei Annullierung oder Verspätung umgebucht oder storniert werden darf

 

Es gilt lediglich zu beachten, dass ihr ein bestätigtes und bezahltes Ticket habt und eure Reise in der EU startet oder auch landet ( hier muss dann die Airline in der EU ihren Sitz haben).

 

Folgende Ansprüche habt Ihr bei einer...

 

- Nichtbeförderung

  •  frühestmöglicher kostenloser Rückflug zum Abflughafen sowie Beförderung zum Zielort

  • Ticketpreis muss erstattet werden

  • Beförderung zum Zielort an einem Wunschtermin ( falls Sitzplätze frei sind)

- Annullierung

  • kostenlose Versorgung und wenn notwendig eine Hotelübernachtung

  • kostenloser Rückflug zum Abflugort oder eine anderweitige Beförderung zum Zielort

  • Ticketpreis muss erstattet werden

 

Sowohl bei der Nichtbeförderung als auch bei der Annullierung steht euch folgende Pauschale Ausgleichsleistung zu:

 

  • 250 € für eine Flugstrecke unter 1500 km

  • 400 € für eine Flugstrecke unter 3500 km

  • 600 € für eine Flugstrecke über 3500 km ( wenn Start und Ziel innerhalb der EU dann max.400 €

   Falls Ihr einen Alternativflug angeboten bekommt, ist die Ausgleichszahlung nur 50 %,

   wenn man nicht später als 2/3/4 Std. als geplant am Zielflughafen ankommt.

 

Die pauschale Ausgleichsleistung steht euch leider nicht zu, wenn ihr bis zu 14 Tage vor Abflug informiert wurdet, ihr zwischen dem 7-14 Tag vor Abflug zwar informiert wurdet, aber kein Angebot für eine alternative Beförderung und ihr nicht später als 2 Std. vor der Abflugzeit abgeflogen seid und das Ziel mit weniger als 4 Std. Verspätung erreicht wird. Bein einer Information 1-7 Tage vor Abflug und keinem alternativen Angebot zum Abflug, der nicht 1 Std. später geht und nicht 2 Std. später ankommt, ist dies ebenfalls der Fall.

 

Aber nicht nur bei einer Annullierung oder einer Nichtbeförderung habt ihr einen Anspruch auf die Ausgleichszahlung, auch bei einer Verspätung stehen euch die o.g. Summen ab einer Verspätung von 3 Std. zu. Entscheidend ist hierfür der Zeitpunkt, wann die Tür des Fliegers geöffnet wird.

 

Falls die Verspätung sogar mehr als 5 Std. beträgt, könnt Ihr die Reise sogar abbrechen und habt einen Anspruch auf die (Teil-)Erstattung innerhalb weniger Tage sowie ggf. auf einen kostenlosen Rückflug zum Startpunkt.

 

Bei außergewöhnlichen Umständen(z.B. Vogelschlag oder Sicherheitsrisiko) gibt es leider keine Entschädigung.

 

Schnell und einfach kann man seinen Anspruch z.B. über den Rechner bei Finanztip oder in der App der Verbraucherzentrale NRW überprüfen.

 

 

Ansprüche an die Fluggesellschaft stellen

 

Sobald ihr eure Ansprüche geprüft habt, geht es darum, diese gegenüber der Fluggesellschaft anzuzeigen.

 

Hier habt ihr nun folgende Möglichkeiten...

 

  • Ansprüche selber ggü. der Gesellschaft anzeigen. Wichtig ist, dass Ihr neben dem Schreiben ( Musterschreiben ) die Buchungsunterlagen, die Bordkarte und den Nachweis der Verspätung (z.B. Foto Ankunftstafel am Flughafen, Schreiben des Flughafens o.ä.)

  • Portal für Fluggastrechte beauftragen ( z.B. Fairplane, Flightright, EUClaim), die sich um alles weitere kümmern.

       Grundsätzlich ist  es sicherlich mit dem wenigsten Aufwand verbunden, einfach eine Firma direkt zu beauftragen. Allerdings hat dies

       auch Ihren Preis. Denn die Provisionen liegen nicht selten bei 25-40 %, sodass ihr nicht die volle Rückzahlung erhaltet.

       Kaum jemand weiß allerdings, dass die Fluggesellschaft Euch einen Rechtsanwalt bezahlen muss, wenn Sie sich in Verzug befindet.

 

Dementsprechend geht am besten wie folgt vor...

 

  • Nehmt euch kurz Zeit, füllt das Musterformular aus und reicht die Unterlagen bei der Fluggesellschaft ein. Wenn diese sich nicht in der Frist meldet, beauftragt ihr einen Anwalt, die Kosten für diesen wird er zusammen mit eurer Forderung der Fluggesellschaft in Rechnung stellen... oder

  • Benutzt direkt das Portal Ratis  ( gibt auch noch andere am Markt, der Aufbau und die easy Abwicklung waren für uns ausschlaggebend).        Der große Vorteil ist hier, dass es sowohl einen Rechner, als auch ein Programm für die Erstellung eines Musterschreibens vorhanden ist. Ihr gebt dort eure Daten ein und das Schreiben wird automatisch verschickt oder Ihr druckt es aus.

       Falls die Frist verstrichen ist, wird sich die Passauer Kanzlei um euer Recht ggü. der Fluggesellschaft einsetzten und notfalls auch den

       Rechtsweg bestreiten. Kosten fallen für euch nicht an, da diese, wie bereits erwähnt, von der Fluggesellschaft getragen werden müssen.

       Somit gibt es im Erfolgsfall 100 % zurück und nicht, nur zwischen 60-75 %.

Beachtet jedoch bitte, dass es im Erfolgsfall der Fluggesellschaft vor Gericht zu Kosten kommt, die zu euren Lasten gehen. Bevor der Schritt vor das Gericht gegangen wird, sprecht dies am besten mit eurem Anwalt durch. Bei den Fluggastrechteportalen ist dies nicht der Fall, hier trägt das Risiko die jeweilige Firma.

 

 

Probiert es doch einfach mal aus, wir haben es bereits gemacht und waren sowohl mit dem Service, als auch mit der Abwicklung sehr zufrieden

 

P.S.: Bei Pauschalreisen werden meist voraussichtliche Flugzeiten mitgeteilt, die nicht selten von den Fluggesellschaften geändert werden. Auch hier müsst Ihr euch nicht alles gefallen lassen, zumindest wenn die Veränderung mehr als 4 Std,. beträgt. Dann habt Ihr gute Chancen, dass Flugkosten für einen Ersatzflug und Aufwendungen getragen werden müssen. (§ 651 c Abs. 3 BGB)

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